Architektur

1988 wurden das Vereinshaus von Öijared und Gert Wingårdh mit dem renommiertesten Architekturpreis Schwedens, dem Kasper-Salin-Preis, ausgezeichnet. Eine überraschende Wahl für einen damals noch unbekannten Architekten.

Kasper-Salin-Preis

Als das Vereinshaus von Öijared und Gert Wingårdh 1988 mit dem renommiertesten Architekturpreis Schwedens, dem Kasper-Salin-Preis, ausgezeichnet wurden, war dies angesichts des extremen Baubooms, der in jenen Jahren in Schweden herrschte, eine überraschende Wahl zugunsten eines damals noch unbekannten Architekten.

Gert Wingårdh hatte ein in den Boden eingelassenes Gebäude entworfen, dessen Dach aus dem Boden selbst bestand – eine Baukonstruktion, die in enger Symbiose mit der lokalen Natur gestaltet war. Ebenso sehr Landschaft wie Gebäude. Auch im internationalen Vergleich war Gert Wingårdh ein Vorreiter.

Erst Mitte der 90er Jahre, als Snøhetta und andere Architekturbüros auf den Plan traten, fand dieser Gebäudetyp breite Anwendung.

Gert Wingårdh

Gert Wingårdh, Architekt SAR, ist seit 1975 als Architekt tätig. Umstritten, wagemutig und originell sind nur einige der Bezeichnungen, die ihm im Laufe der Jahre zugeschrieben wurden.

Der Flugsicherungsturm am Flughafen Arlanda, der Öijareds Golfclub, die Forschungsgebäude von AstraZeneca in Hässle sowie die schwedischen Botschaften in Berlin und Washington sind nur ein Bruchteil all der Gebäude, die seine Handschrift tragen.

Gert Wingårdh ist der einzige Architekt, der den Kasper-Salin-Preis fünfmal erhalten hat, zuletzt 2007 für die schwedische Botschaft in Washington. 1999 wurde ihm zudem die Ehrendoktorwürde der Chalmers University of Technology verliehen.

Der „Stenpriset“-Preis 1989 wurde Gert Wingårdh für seinen Entwurf des Öijared-Klubhauses verliehen. Der „Stenpriset“-Preis ist ein Architekturpreis, der vom schwedischen Steinindustrieverband für Projekte in Schweden vergeben wird, bei denen Naturstein auf ästhetische, nachhaltige und innovative Weise eingesetzt wurde.

Eine Verwerfungsspalte

Die Öffnung befindet sich oben auf dem Dach, und aus der Ferne sieht man nur einen langgestreckten Glaskeil. Gert Wingårdh selbst verglich die Fassade mit einem Verwerfungsbruch im Hügel.

Die Grundfläche des Clubhauses schmiegt sich an den Hügel an, und im Inneren bildet es praktisch einen einzigen Raum, der durch ein großes, geschwungenes Dach zusammengehalten wird. Roter Kalkstein ist ein prägendes Element. Meistens mit rauen, gespaltenen Oberflächen. Doch je weiter man hineingeht und je höher man kommt, desto feiner wird die Bearbeitung.

Die nach Süden und Westen ausgerichtete Glasfassade besteht aus Glaselementen mit 54-Grad-Winkel und reicht von 70 Zentimetern bis zu 7 Metern Höhe.

Einweihung 1988

Das Clubhaus und der neu angelegte Parkplatz wurden am 28. September 1988 von Prinzessin Freiherrin Desiré Silfverschiöld eingeweiht. Ingemar Stenmark führte den ersten Abschlag vom Dach aus durch. Unter dem Beifall eines großen Publikums landete der Ball direkt neben dem Grün.

Das Hotel 2014

Ausgehend vom Clubhaus hat der Architekt Johan Brandström vom Architekturbüro Kjellgren Kaminsky unser hotel entworfen, das auch als Pavillon bezeichnet wird. Das Hotel wurde im Frühjahr 2014 fertiggestellt.

Das Clubhaus von Gert Wingårdh ist ein Raum unter einem Hügel, in dem der horizontale Kalkstein das Gefühl verstärkt, sich unter der Erde zu befinden. Das Hotel oder der Pavillon ist eine leichte Struktur, die über dem Hügel zu „schweben“ scheint, wobei die vertikalen und grob gesägten Fassadenbretter, ähnlich wie Bäume, das Gebäude vom Himmel abschirmen und es in den Waldrand einfügen. Ein ausgeklügeltes Dreieckssystem bildet die Grundlage sowohl für das Clubhaus als auch für das Hotel. Dies ermöglicht fünf einzigartige Ausblicke.

Das Hotel verfügt über 34 Zimmer, in denen die Gäste die Stille des Waldes genießen können. Außerdem gibt es einen Konferenzraum, eine Bibliothek und eine Lounge, in der man die bezaubernde und verbindende Kraft des Feuers erleben kann.

Gert Wingårdh ist der Architekt, der das Clubhaus des Öijared Resorts entworfen hat. Das Bild zeigt eine der frühen Skizzen.
Begründung der Jury: „Die unregelmäßige Grundrissform, das Steinmaterial und die Dachform haben bekannte Vorbilder, die jedoch auf künstlerische und eigenständige Weise weiterentwickelt wurden.“
Begründung der Jury: „Die unregelmäßige Grundrissform, das Steinmaterial und die Dachform haben bekannte Vorbilder, die jedoch auf künstlerische und eigenständige Weise weiterentwickelt wurden.“
Porträt: Gert Wingårdh
Gert Wingårdh entwarf das Clubhaus des Öijared Resorts